LandFrauen fordern:

Alltagskompetenzen in den Schulen vermitteln!

Die LandFrauen in Kreisverbandsgebiet Neustadt sammeln derzeit Unterschriften für ein Schulfach „Ernährungs- und Verbraucherbildung“ in Niedersachsen. „Wir unterstützen damit die Forderung des Niedersächsischen LandFrauenverbands Hannover e.V., der diese Petition gestartet hat“, so die Kreisvorsitzende Lena Starcke. Und Beate Gerberding, stellvertretende Kreisvorsitzende, fügt hinzu: „Ich wusste bei meinem ersten Mietvertrag nicht, worauf ich achten muss. Mir hätte ein solches Schulfach sehr weitergeholfen!“

Das Schulfach soll unter anderem vermitteln, woher unsere Lebensmittel kommen und wie sie verarbeitet werden. Es geht darüber hinaus um eine wirtschaftliche und nachhaltige Lebensführung, um Konsumentscheidungen, um verantwortliche Lebensplanung, um Ernährung und Gesundheitsförderung und vieles mehr.

Inhalte im Bereich „Ernährung“ sind beispielsweise das Reflektieren von Ernährungsweisen sowie die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheitsförderung, außerdem die Speisenzubereitung.

Der Bereich „Verbraucherbildung“ ist ebenso breit angelegt. Themen sind: Inhalte von Verträgen, Verbraucher- / Kundenschutz, Vermögensplanung, Werbung, Nachhaltigkeit oder auch Sozialverantwortung und Zivilcourage. Damit sollen die Schülerinnen und Schüler kompetent für den Alltag werden.

Auf der Internetseite https://www.petition-ernaehrungs-und-verbraucherbildung.de/ kann die Petition online unterzeichnet werden. Bei den Ortsvereinen der LandFrauen kann auch noch klassisch mit dem Kugelschreiber unterschrieben werden. Die Ansprechpartnerinnen sind unter www.kreislandfrauen-neustadt.de zu finden.

Andrea Muhsmann (links) vom LFV Neustadt sowie Heidemarie Narten-Struss vom Kreisverband zeigen die Unterschriftenliste.

Wir brauchen ein Unterrichtsfach „Ernährungs- und Verbraucherbildung!“

Gerade in Krisenzeiten, wie aktuell der Corona-Pandemie, zeigt sich die Relevanz von Alltagskompetenzen. Aber auch generell brauchen wir für eine gute Alltags- und Lebensgestaltung als Basis Kenntnisse und Fertigkeiten. Die Familie hat als Lernort an Bedeutung verloren, wertvolles Wissen geht verloren. Das hat nicht nur Folgen für den Einzelnen, sondern auch für unsere gesamte Gesellschaft. Für eine nachwachsende Generation, die in Verantwortung für sich und andere nachhaltig handelt, brauchen wir ein Unterrichtsfach zur Vermittlung von Alltagskompetenzen.

In einigen Bundesländern wurde bereits ein Schulfach „Ernährungs- und Verbraucherbildung“ eingeführt. Hierfür liegt ein Curriculum [Lehrplan] vor. Dieses muss auch in Niedersachsen angewendet werden. Viele gültige Curricula in Niedersachsen enthalten zwar einige Inhalte der Ernährungs- und Verbraucherbildung, jedoch werden sie in der Praxis nicht oder unzureichend umgesetzt. Auch mangelt es an Fachlehrkräften.

Der Niedersächsische LandFrauenverband Hannover e.V. sowie die oben aufgeführten Organisationen* setzen sich ein für: die Einführung eines Unterrichtsfaches „Ernährungs- und Verbraucherbildung“ in Niedersachsen nach dem Vorbild des Revis-Curriculums in Schleswig-Holstein aus dem Jahr 2005.

 

*[Niedersächsische Landjugend, LEB, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Landesfrauenrat Niedersachsen, LAG Hauswirtschaft Niedersachsen, Niedersächsischer LandFrauenverband Weser-Ems, AG Urlaub und Freizeit auf dem Lande, Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Sektion Niedersachsen), Landvolk Niedersachsen, Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft]